Kostenerstattung einer Psychotherapie durch private bzw. gesetzliche Krankenversicherungen

Eine Kostenübernahme für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz durch private und gesetzliche Krankenkassen ist bei entsprechenden Vertragsvereinbarungen der Versicherten möglich, aber nicht die Regel.

Kurz gesagt müsste ein Patient, der sich durch einen Nicht-Kassen zugelassenen Therapeuten und dazu gehören i. d. R. nicht nur die Heilpraktiker sondern auch die Psychotherapeuten selbst, behandeln lassen und die Therapiekosten erstattet bekommen möchte, folgendes tun:

Kostenübernahmeantrag stellen

Wenn Betroffene einen Antrag bei Ihrer Kasse einreichen und dieser nicht innerhalb von fünf Wochen entschieden wird, gilt er oft als genehmigt. (Quelle: Spiegel-ONLINE) Weiterhin müsste der Patient für einen Antrag auf Kostenerstattung nachweisen, dass in den nächsten zwei bis drei Monaten kein Therapieplatz bei einem kassenzugelassenen Therapeuten in der Nähe zu erhalten ist und er somit nicht zeitnah behandelt werden kann und sich sein psychisches Problem nicht aufschieben lässt.

Terminwartezeiten sammeln

Eine Bescheinigung über die Vorrangigkeit der Therapie erhält der Betroffene eher durch einen Neurologen oder Psychiater, als von einem Hausarzt. Es ist anzuraten, sich sowohl die (bis zu fünf) Absagen als auch die genauen Terminwartezeiten von Kassentherapeuten schriftlich oder per E-Mail bestätigen zu lassen. Ist dies sichergestellt, sollte der Patient auf die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bestehen, da die gesetzlichen Kassen verpflichtet sind, die Versorgung der Versicherten zu gewährleisten.

Therapiebedarf nachweisen

Leiten Sie den Antrag auf Kostenübernahme z. B. mit folgendem Betreffzusatz an Ihre Krankenkasse weiter: „Kostenübernahmeantrag einer ganzheitlichen Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz gemäß § 13 II SGB V.“ Zur Erläuterung der Auszug aus dem SGB V: "Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch Versicherten für die selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war."

Sollte es dennoch nach der Antragstellung zu einer Absage der Kostenübernahme kommen, dann trauen Sie sich dran zu bleiben. Hartnäckigkeit wird auch hier belohnt. In vielen Fällen wird nach Einsprucherhebung die Kostenübernahme bewilligt. Selbst Therapieverlängerungen, hat die Behandlung erst einmal begonnen, sind oft kein Problem.  Als außergewöhnliche Belastung anerkannt, können Sie nach dem § 13 II SGB V vorab selbstbezahlte Therapieleistungen steuerlich geltend machen.