Paar und Eheberatung

In Beziehungen kriselt es. Das ist ganz normal, menschlich halt. Wenn aber alles und jedes eskaliert, gemeinsame Aktivitäten in der Freizeit eher selten sind, Intimitäten gar nicht mehr oder nur als Pflichtprogramm praktiziert und empfunden werden, dann ist schon einiges falsch gelaufen.

So entsteht aus Schweigen, Angst, Trauer oder auch Wut eine feste Trennwand, die der Liebe dauerhaft schadet oder sie gar ganz in Luft auflöst. Was kann man an dieser Stelle noch tun? Gehen oder Bleiben? Sicher es möglich, auch ohne professionelle Hilfe zu versuchen die Krise bzw. die Paar-Probleme durch auf die Dauer sehr anstrengendes Aussitzen und oder hartnäckiges Verhandeln zu überwinden. Doch diese Methode bleibt oft ohne Erfolg, da sie die Ursache meist vorhandener Kommunikationsprobleme, nicht aufdeckt.

Aus der langjährigen praktischen Erfahrung von Therapeuten ist die Quintessenz zu ziehen, das viele der auseinander gegangenen Paare mit professioneller Beratung, ihre Beziehung hätten retten können.

Eine gute Paartherapie bietet den Klienten einen geschützten Raum, indem Gefühle und Ungesagtes eruiert werden können. Der Therapeut versucht mit viel Einfühlungsvermögen zu entschlüsseln, was tatsächlich hinter dem Verhalten und den Äußerungen des Paares zu finden ist. Er bleibt unparteiisch, deeskaliert falls erforderlich die Situation und moderiert die Themen innerhalb der Sitzung.

Er löst die Probleme nicht, sondern zeigt dem Paar Wege auf, die sie selbst entscheiden können, zu gehen. Wichtige Fragen die geklärt werden sind: Gibt es seelische Altlasten aus vergangenen Beziehungen? Sind noch positive Gefühle für den Partner vorhanden? Welche Erwartungen an die Partnerschaft bestehen? Wie hören sie einander zu?

Die meisten Paare haben sich schlicht weg durch ihren gemeinsamen Alltag aus den Augen verloren. Der Beginn etwaiger Veränderungen wurde nicht wahrgenommen. Was der andere denkt, fühlt, welche Wünsche oder auch Sorgen er hat, ist nicht bekannt. Man ist nicht mehr auf dem aktuellen Stand.

Nach einer Therapie sollte klar sein, was die Partner wollen. Entweder zu zweit oder auch allein. Die unbedingte „Rettung“ der Paarbindung ist nicht das Ziel der Therapie. Einige Paare trennen sich nach einer Paartherapie dennoch, allerdings in friedvoller Art und Weise, was durchaus als Therapieerfolg zu werten ist. So ebnet es doch einen möglichen späteren Neuanfang ohne schädliche „Altlasten“ aus der vorherigen Beziehung.

Mehr als die Hälfte der Paare bleibt nach einer Therapie in Liebe und Respekt zu einander verbunden. Die TU Braunschweig gab in einer Pilotstudie des Instituts für Psychologie an, das sogar nach einer Affäre und damit dem Härtefall innerhalb einer Beziehung, eine Paartherapie gute Erfolge aufweise.

„Wenn zwei Knaben jeder einen Apfel haben und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen. Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken.“ Platon